Kampanien

 

DAS LAND DER KAISERSWEINE

 

Wein und Kampanien - eine uralte Verbindung, wie es große Klassiker und zahlreiche archäologische Ausgrabungen bezeugen, die die Anwesenheit von Weinreben und die hervorragende Qualität der kampanischen Weine nachweisen. Zweifelsohne ist Kampanien eines der ersten und wichtigsten Gebiete der Welt gewesen, in denen Anbau, Bewirtschaftung, Forschung und Vertrieb von Weinreben und Wein gepflegt wurden. Die besten Weine der Antike, die sogenannten "Weine der Kaiser"  wie der Falerno, Greco, Faustiniano, Caleno, die schon von Cicero, Plinius, Martial, Tibullo usw. gepriesen wurden, haben ihren Ursprung in Kampanien, aufgrund der besonderen Eigenschaften des Territoriums und der hier verwendeten Weinbau- und Vinifizierungsmethoden. Bereits die Besichtigung der archäologischen Stätten von Pompeji und Herculaneum veranschaulicht, dass selbst die Zerstörungswut des Vesuv-Ausbruchs von 79 v.Chr. die Spuren und Erinnerungen einer Jahrtausende alten und bis in die Gegenwart reichende Tradition nicht zu verwischen vermag. Die Fresken der Villen stellen den "Kult des Weines" dar, während große Lagerräume voller Amphoren beschreiben, wie der Wein aufbewahrt, in tiefen Kellern gelagert und mit "Etiketten" mit Notizen zum Namen und Jahrgang versehen wurde. Andere Fundstücke wiederum bezeugen den Genuss des Weines, der in speziell angefertigten Behältern serviert wurde, oder zeigen die mit dem Weinbau und der Weinerzeugung verbundenen Handwerke, wie zum Beispiel die Herstellung von Pflügen, Weinpressen, Tauen und Körbchen. Vitis Hellenica, Aminea Gemina, Vitis Apiana, Aminea Lanatao Minuscola... so wurden die wichtigsten Rebsorten aus Kampanien genannt und klassifiziert. Es sind die natürlichen Vorfahren der großen autochthonen Rebstöcke von heute, wie der Aglianico, Fiano, Greco, Falanghina, Per’ e palummo, Asprinio, Biancolella, Coda di Volpe, Forastera … ein enormer Reichtum, der am Anfang des 20. Jahrhunderts aufgrund der Verarmung der Mutterreben fast vollkommen auszusterben drohte. Dies hatte vielerlei Gründe, unter anderem die schwere Weinkrankheit Phylloxera, die einen großen Teil der Weinstöcke vernichtete. Aber dank der Winzer, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die sowohl berühmten als auch weniger bekannten autochthonen Rebsorten wieder aufzuwerten und zuweilen sogar auch ganz neu aufzugreifen, und auch dank der Region Kampanien, die diese Initiative unterstützt und gefördert hat, konnte die Krise bewältigt und die Erzeugung von regionstypischen und hochwertigen Weinen gewährleistet werden. Die Ergebnisse sind enorm: Derzeit gibt es 21 kampanische Weine mit Ursprungsbezeichnung - unter denen die DOCG aus Irpinien hervorstechen - , die 70 verschiedenen Weinsorten entsprechen. Diese vielfältige Produktpalette ergibt sich aus den unterschiedlichen Eigenschaften der Landschaft Kampaniens: So reich diese Region an Weinbaugebieten ist, so verschieden ist ein jedes Gebiet in Klima, Orogaphie und Bodenbeschaffenheit.

 

Gianfranco Nappi

Assessor für Landwirtschaft der Region Kampanien - Italien